Aktion Mensch 60 + Ich hab's gewagt!

Ich hab's gewagt!

Wie beherzt, zupackend, leidenschaftlich und inspirierend unsere Leserinnen und Leser sind, erfuhren wir durch unsere Aktion Mensch 60+, die wir gemeinsam mit dem Verein Wege aus der Einsamkeit e.V. ins Leben gerufen haben. Viele Bewerbungen trafen bei uns ein – zehn Menschen mit Tatkraft und Visionen haben wir nominiert. Von Ihnen würden wir gerne wissen, welche der hier vorgestellten Teilnehmer Sie am meisten begeistern und inspirieren. Mailen Sie uns die Namen Ihrer Lieblingskandidaten bis zum 30. August: mensch60plus@brigitte-wir.de

 

(von oben links nach unten rechts)

Marlis Otto
Mit 65 gründete Marlis Otto in Frankfurt eine Tagesmütter- und Babysitterzentrale. „Ich hatte Zeit und habe ehrenamtliche Arbeit nie als Opfer empfunden“, sagt Marlis Otto. Immer in Bewegung ist sie bis heute. Die 91-Jährige fährt Ski und Rad, reist viel und ist begeisterte Smartphone-Nutzerin. Ihr Motto: „Man muss auch im Alter genug Termine und Aufgaben haben.“

Helmut Meyer
Der Hamburger Ingenieur Helmut Meyer kam mit 72 Jahren auf die Idee, leichte Wohncontainer für Menschen in Krisengebieten zu bauen. „Rapid Housing Systems“ heißt sein Projekt, ein Modulsystem aus voll ausgestatteten Containern, die in schwer zugängliche Regionen gebracht werden und Menschen Schutz geben.

Barbara Tippmann
Ein- bis zweimal im Monat fliegt Barbara Tippmann durch die Welt um als On-Board-Kurier Knochenmark und Stammzellen für schwerkranke Menschen sicher von A nach B zu bringen. Außerdem schreibt die 67-Jährige Kindergeschichten für ihren Blog www.teddybearenherz.com – um Spenden zu sammeln für die Wiesbadener Bärenherz-Stiftung, einem Hospiz für Kinder und Jugendliche.

Anke Casper
Vor acht Jahren rief Anke Casper, 73, das „Projekt Sophie“ ins Leben – eine Initiative gegen das Vergessenwerden. Heute kümmern sich 16 Ehrenamtliche um die oft einsamen Menschen im Pflegeheim Sophienstift – und bringen kleine Alltagsfreuden in ihr Leben, z. B. einen Ausflug mit Kita-Kindern.

Elisabeth Webler
Weil Elisabeth Webler sich wünscht, dass es „eine neue Bestattungskultur gibt, die Menschen einen guten Weg durch die Trauer ermöglicht“, gestaltet die Tischlerin und Designerin runde Urnen aus Holz. Inzwischen fertigt die 67-Jährige auch Urnen für Sternenkinder. „Es ist wichtig, dass verwaiste Eltern etwas zurück an die Erde geben können.“

Angelica Graves
„Ich bin ein alter Hippie“, sagt Angelica Graves. Die Sprachheilpädagogin hatte sich zu ihrem 53. Geburtstag eine Auszeit verordnet und war ein halbes Jahr allein mit dem Rucksack durch Südostasien gereist. Vor einem Jahr, mit 63, kaufte sie einen ausgebauten alten VW-Bus und umrundete damit die Küste Südwesteuropas. Die nächsten Touren sind schon in Planung.

Claudia Kürzdörfer
In einer Senioreneinrichtung bietet die Familientherapeutin Claudia Kürzdörfer eine „Herzsprechstunde“ an, in der ihr die Bewohner in vertrauensvollen Gesprächen von ihren Sorgen berichten. Außerdem schreibt die 63-Jährige für ihren Blog „Käthe Herbst“ Geschichten, in denen es um drei Freundinnen geht, deren Leben um die 60 wieder ordentlich Fahrt aufnimmt.

Barbara Ocklenburg
Barbara Ocklenburg hat gerade, mit 65, an der TU Dortmund ihren Master-of-Arts-Studiengang „Alternde Gesellschaften“ abgeschlossen. Durch ihr Beispiel möchte sie Senioren Mut machen, sich in späten Jahren „noch an ein richtiges Studium zu trauen und mit anderen Menschen das Alter zu gestalten.“

Rosemarie Börner
„Ümmesüss“, Plattdeutsch für „umsonst“, heißt der Laden, den Rosemarie Börner, 75, vor über zehn Jahren in Bad Nenndorf gründete. Im Ümmesüss können Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, Kleiderspenden und Haushaltsdinge gegen Minibeträge erwerben. Und auch die Einnahmen, abzüglich der Festkosten, werden an Bedürftige und soziale Projekte verteilt.

Adalbert Röcken
„Wer bin ich eigentlich, wenn ich kein Arzt mehr bin?“, fragte sich Adalbert Röcken, als er sich mit dem Eintritt in die Rente aus seinen Praxen zurückzog. Also begann er Psychologie zu studieren. Inzwischen arbeitet der 68-Jährige bei der Telefonseelsorge. „Ich will mich um Menschen kümmern, die Brüche und Übergänge meistern müssen, wie ich sie selbst erlebt habe“, sagt er.