Gesellschaft „Mein Leben ist reicher als zuvor“

„Mein Leben ist reicher als zuvor“

Die 61-Jährige war gut aussehend, eine kluge, zugewandte Frau, Sekretärin von Beruf. Sechs Monate zuvor hatte sie erfahren, dass sie Brustkrebs hat. Da eröffnete ihr ihr Mann, dass er sich wegen einer Jüngeren scheiden lassen wolle. Eine andere Frau hatte nach langer Ehe im Zuge der Trennung Toaster und Mikrowelle haben wollen, ihr Mann pinkelte in die Sachen. Ein anderer, vermögend und über 80, mit beginnender Demenz, wollte sich vor seinem Tod unbedingt noch scheiden lassen, damit seine Frau keine Witwenrente bekommt. 
  Es sind Fälle wie diese, die Angelika Schunke auch nach Feierabend nicht loslassen. Seit mehr als 30 Jahren ist sie Scheidungsanwältin in Braunschweig, und immer noch muss sie sich manchmal selbst beraten lassen, um nicht in den Strudel solcher Gemeinheiten mit hineingezogen zu werden. Doch warum zerbrechen Ehen eigentlich noch so spät, nach drei oder vier Jahrzehnten? Müsste man nicht viel früher merken, wenn man nicht zusammenpasst? Und gibt es ein Rezept für glückliche Ehen? 
  Die Schweizer Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello hat mehr als 2000 Paare sechs Jahre lang immer wieder befragt, um all das herauszufinden, eine Mammutstudie. Gerade ist nun ihr Buch „Wenn die Liebe nicht mehr jung ist. Warum viele langjährige Partnerschaften zerbrechen und andere nicht“ (Verlag Hans Huber) erschienen. Darin beantwortet sie auch die Frage, wer mit über 60 öfter den ersten Schritt zur Trennung tut – Männer oder Frauen. Überraschenderweise sind es in zwei Drittel der Fälle die Frauen, meistens, weil ihre Männer fremdgegangen sind. „Männer liefern meist die Gründe, sitzen eine schlechte Ehe aber einfach aus, Frauen ziehen die Konsequenzen“, so Perrig-Chiellos Fazit. 

Den ganzen Text lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von BRIGITTE WIR