Aufbruch Das Menschsein hört niemals auf

Das Menschsein hört niemals auf

Liegt es daran, dass sie immer einen Grund zum Lachen findet? Oder sind es die strahlend blauen Augen, ihre Beweglichkeit und die freundliche, junge Stimme? Irgendwie will man sofort alles tun, was diese Frau sich wünscht. Waltraud Kannens optimistische Ausstrahlung steckt an. 
  Dabei ist das Lebensthema der 60-Jährigen alles andere als leicht und beschwingt. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich die Geschäftsführerin und Pflegedienstleiterin der Sozialstation Südlicher Breisgau e.V. mit den Problemen, die das Älterwerden der Gesellschaft mit sich bringt. „Die allermeisten meiner Klienten brauchen unsere Hilfe, weil sie mit dem Alter eine Demenz entwickelt haben“, sagt Waltraud Kannen, die nicht müde wird, auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn die Bevölkerung wird immer älter, lebt immer länger. In 30 Jahren wird ein Drittel der deutschen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein, das bedeutet: Auch die Demenzerkrankungen werden bundesweit zunehmen.
  Aber bleiben wir ruhig in der Gegenwart. Waltraud Kannen will, dass alte, kranke Menschen und ihre Familien ein besseres Leben führen können, und zwar sofort. Dafür müssen nur ein paar Hindernisse beiseite geräumt werden. „Mehr Geld, mehr Wertschätzung, mehr Wissen, das ist alles“, sagt sie, als ob das eine Kleinigkeit wäre. „Ich bin Strategin“, stellt sie in ihrem maximal nüchternen Arbeitszimmer klar, das einen interessanten Kontrast zu ihrer warmen Ausstrahlung bildet.
  Ehrungen und Preise, einschließlich des Bundesverdienstkreuzes am Bande, bestätigen, dass sie erfolgreich ist beim Beseitigen der „paar“ Hindernisse. „Übermorgenmacherin“ darf sie sich nennen, seit sie vom Land Baden-Württemberg als solche ausgezeichnet wurde. „Das liegt an meinem Thema“, wehrt Kannen bescheiden ab. 
  „Am Ende zählt der Alltag.“ Sie wuchtet ein dickes Buch auf den Tisch. Es ist ihr Schulungskonzept für den Umgang mit demenzkranken Menschen. Deutschlandweit gehört das Werk inzwischen zum Standard in der Ausbildung in der Pflege. Ihre 120 Pflegekräfte, ebenso viele freie Mitarbeiterinnen, Angehörige und Ehrenamtliche, sind nach diesen Richtlinien geschult. 
  Für Menschen interessiert sich Waltraud Kannen schon immer. Wie ticken die? Sie wächst mit drei großen Brüdern und fünf Schwestern auf, erfährt schon als Kind, wie verschieden Charaktere sind – und lernt, für ihre Familie, für andere einzustehen. Sie selbst ist neugierig, mutig, will Dinge ausprobieren, spielt gern mit Stethoskop und Arztköfferchen, legt Verbände an. Allerdings nur Regenwürmern. 
  
  Den ganzen Text lesen Sie in der neuen Ausgabe der BRIGITTE WIR! 

 


Außerdem in dieser Ausgabe: 
Rente: Wie viel Geld brauche ich für ein gutes Leben im Alter? 
Ein Gespräch über das Leben mit der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann
Schöne Zähne: Was wir für ein strahlendes Lächeln tun können