Aufbruch „Ich habe keine Angst davor, irgendwelche Knöpfe zu drücken“

„Ich habe keine Angst davor, irgendwelche Knöpfe zu drücken“

Gäbe es mehr von ihrer Sorte auf diesem Planeten, niemand müsste sich mehr Sorgen um vereinsamte ältere Menschen machen. Denn die quirlige und patente Dagmar Hirche, 62, denkt sich nicht nur ein Projekt nach dem nächsten aus – sie packt es dann auch zielgerichtet an, setzt Ideen um, vernetzt Beteiligte. Kaum eine Institution in Hamburg, die nicht schon mal von ihr gehört oder ein Projekt mit ihr verwirklicht hätte. „Sagt jemand zu mir, da müsste man mal was machen, dann antworte ich immer: Diesem man bin ich noch nie begegnet. Und ich habe auch noch nie davon gehört, dass dieser man irgendwas umgesetzt hätte.“ 2006 dachte die Marketingfachfrau gemeinsam mit ihren Arbeitskollegen darüber nach, sich doch mal ehrenamtlich zu engagieren. „Was uns in Deutschland überhaupt nicht gefallen hat, war, dass das Alter so negativ besetzt ist“, sagt Dagmar Hirche rückblickend. „Was die alten Menschen angeblich alles nicht mehr können, nicht mehr dürfen, und dass Alter immer gleich Pflege, Krankheit und Tod bedeutet. Wenn jemand das Bild vom Alter vielleicht ein bisschen verändern kann, dann sind wir das!“ Berührungsängste mit der digitalen Technik und der Netzwelt kannte Dagmar Hirche nie: „Wenn es das alles schon gibt, dann muss ich mich auch damit beschäftigen. Ich habe auch keine Angst davor, auf irgendwelche Knöpfe zu drücken. Man muss neugierig und informiert bleiben – sonst ist man raus!“


Außerdem in dieser Ausgabe: 
Gedächtnis: Wie unsere Erinnerung funktioniert
Unterwegs auf Mallorca: Ein einheimisches Paar zeigt uns die schönsten Plätze der Insel
Ortswechsel: In der dritten Lebensphase nochmal umziehen und neuanfangen? Diese Frauen haben es gewagt