Reportage „Die Älteren waren ja zum Teil noch vom Krieg geprägt, kannten Hunger, Not und Zerstörung“

„Die Älteren waren ja zum Teil noch vom Krieg geprägt, kannten Hunger, Not und Zerstörung“

Um einen ersten Eindruck von der Atmosphäre auf dem Dottenfelderhof zu bekommen, setzt man sich am besten auf die Holzbank unter der Linde. Hoch und groß überragt sie das denkmalgeschützte Gehöft, ein Treff- und Aussichtspunkt, wie man ihn oft in Dörfern findet. Und wie in einem Dorf leben die gut 100 ständigen Bewohner*innen hier tatsächlich: als eine autonome, selbst gewählte Lebens- und Betriebsgemeinschaft. Zu dieser zählen die für den Hof verantwortlichen Landwirte und ihre Familien, dazu einige Rentner, die früher für den Hof verantwortlich waren. Außerdem gibt es viele jüngere Bewohner, die in der Ausbildung sind, als Gesellen oder Lehrlinge, Praktikanten oder Landbauschüler.   
  Im Karree gruppieren sich Ställe, eine Scheune sowie die ein- und zweistöckigen Fachwerkhäuser um den Innenhof, in denen die Wohnungen liegen. Neben der Hofeinfahrt gibt es ein Café, wenige Gäste sitzen bereits davor. Der Innenhof selbst ist leer, nur ab und zu eilt jemand in Stiefeln und Overall vorbei. Die Luft riecht nach Sommer, die Linde raschelt, Vögel zwitschern. 
Der Dottenfelderhof liegt in Bad Vilbel, am Ufer des Flusses Nidda nahe Frankfurt. 976 erstmals urkundlich erwähnt, versorgte er im Mittelalter die Mönche im Kloster Ilbenstadt. Mehrmals wurde das Anwesen durch Kriege zerstört und wiederaufgebaut. 1968 pachteten fünf Familien den Hof und gründeten eine Lebensgemeinschaft, sie wollten den Hof und die Äcker bewirtschaften, und das streng ökologisch. Damals ein Novum, die meisten Nachbarn spotteten über die „Spinner und Kommunarden“ – aber die Gründer*innen hielten durch. Und so wuchs der Hof über fünf Jahrzehnte zu dem, was er heute ist: ein moderner Demeter-Betrieb mit großem Viehbestand, fast 200 Hektar teils eigener, teils gepachteter umliegender Nutzfläche. Es gibt eine staatlich anerkannte Landbauschule in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins, in der angehende Gärtnerinnen und Landwirte sich aus- und weiterbilden. Ein Café, eine Bäckerei, eine Käserei und einen Bioladen. Insgesamt ernährt der Hof etwa 160 Angestellte, die im Laden oder im Café arbeiten und auch außerhalb wohnen...

Den ganzen Text lesen Sie in der neuen BRIGITTE WIR! 

Außerdem in dieser Ausgabe: 
Psychologie: Offen fürs Leben – wie wir uns den Blick für Neues bewahren

Gewinnerin Mensch60+: Hannelore Schüssler spendet Menschen 
mit Demenz Zuspruch und Fürsorge

Gesellschaft und Gesundheit: Depression im Alter und wie wir uns schützen können