Summerhill „Freiheit endet, wo sie an die Freiheit der anderen stößt“

„Freiheit endet, wo sie an die Freiheit der anderen stößt“

BRIGITTE WIR: Das schlechte Image von Summerhill hält sich seit einem Jahrhundert: ein Haufen wilder Chaoten, die nichts lernen. Was geht hier vor?
ZOË READHEAD: (lacht) Ja, bei uns denken immer alle an Sex, Drugs and Rock?’n’?Roll. Aber das gibt’s hier nicht. Wir haben knapp 300 selbst auferlegte Schul?regeln, mehr als jede andere Schule. Die reichen von Handyzeiten und Fahrradbremsen bis zu Mobbing und Stillezeit. Hier herrscht keine Anarchie. Unser Konzept heißt: Freiheit, aber mit Verantwortung.
Wie sieht das im Alltag aus?
Du kannst dir hier die Haare pink färben und dich anziehen wie ein Clown. Und wenn du nicht zu Mathe gehen willst, ist das auch okay. Das ist deine persönliche Freiheit. Aber diese Freiheit endet, wo sie an die Freiheit der anderen stößt. Wenn du etwa nachts in den Gängen randalierst, störst du andere. Dann musst du die Verantwortung dafür übernehmen, dafür geradestehen. Unsere Kinder sind darin besser als die meisten Politiker.
Sie sind die Tochter des Gründers, in Summerhill geboren und haben fast Ihr ganzes Leben hier verbracht.
Ich kam vor 75 Jahren in einem der Schlafzimmer im ersten Stock zur Welt. Neulich schaute ein alter Herr vorbei, ein ehemaliger Schüler. Der sagte: „Ich war der Erste, der dich schreien hörte.“ 
Haben Sie gute Erinnerungen an Ihre Schulzeit?
Sehr gute. Das Großartige an Summerhill ist ja, dass Kinder hier Kontrolle über ihr Leben haben. Ich wurde immer ernst genommen. Das war unglaublich wertvoll. Wichtiger als akademischer Erfolg ist hier emotionale Reife, ein guter Mensch zu werden.

Den ganzen Text lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von BRIGITTE WIR.