Psychologie Krisenkompetenz haben vor allem Menschen, die sich körperlich entspannen

Großartig, dachte ich, und war stolz auf mich. Nach jahrzehntelanger Untätigkeit hatte ich mich kurz vor meinem 60. Geburtstag durchgerungen, finanziell doch noch kompetent zu werden. Entschlossen, mein Geld für mich arbeiten zu lassen, entschied ich mich nach reiflicher Überlegung für zwei mit „Sehr gut“ getestete Fonds und ließ die Korken knallen. Doch dann wurden die Märkte nervös und ich allmählich panisch. Was, wenn das Geld weiter schmilzt wie Eis in der Sonne und Preise und Mieten weiter steigen? Wenn ich aus meiner Wohnung ausziehen müsste, mir kaum noch Cappuccinos im Café leisten, meiner Tochter nichts vererben könnte, wenn …
Das Grübelkarussell lief auf Hochtouren. Gleichzeitig schämte ich mich, dass ich mich so selbstbezogen um mich drehte, anstatt andere zu trösten, die es nötiger hatten, weil es ihnen richtig elend ging. Immerhin habe ich noch was auf der hohen Kante.
Es gibt keine Vollkaskoversicherung für die unangenehmen Überraschungen, die das Leben bereithält. Und in der Welt passiert gerade vieles, was uns durchrütteln, ängstigen und in Starre versetzen kann. Wenn die Krisen der Welt auf die kleinen und großen Kümmernisse des Alltags treffen, kann uns das kurzzeitig lähmen.
Wir können die Augen nicht verschließen vor dem, was in uns drin und um uns herum los ist. Was uns bedrückt, rückt uns so nahe auf die Pelle, bis wir es anschauen und fühlen. Es bringt nichts, so zu tun, als gäbe es keine Krisen, und uns nach Wolkenkuckucksheim zu flüchten. Zahlreiche Studien belegen: Es kommt nicht so sehr darauf an, was uns widerfährt. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Das Wie ist wichtiger als das Was. Krisenkompetenz heißt das in der Psychologie. Die haben vor allem Menschen, die sich regelmäßig körperlich entspannen, ihre Gedanken zur Ruhe bringen und ihre Bedürfnisse klar und frühzeitig spüren können. All das, darin sind sich Stressforscher einig, lässt sich systematisch einüben und lernen.

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